„DOLOR Y GLORIA“

CINÉCULTURE zeigt
„DOLOR Y GLORIA“
(R.: Pedro Almodóvar; 2019 Spanien; 113 Min.; Darst.: Antonio Banderas, Penélope Cruz)

Vorführungen: Sa 22. Juni 2019 // 17.30
                          Mo 24. Juni 2019 // 20.30

Pedro Almodóvar und seine Filme vorzustellen, ist eine Kultursünde. Wenn er, einer der letzten grossen Regisseure, einen Film abgedreht hat und er ins Kino kommt, muss man ihn gesehen haben. Und besonders bei diesem Film „Dolor y Gloria“ wo es sich um sein Leben handelt, darf man for Art sake nicht verpassen. Deshalb keine weitere Informationen mehr! Oder doch noch dies: Antonio Banderas als Pedro Almodóvar genial (er hat auch die Goldene Palme in Cannes als bester Schauspieler zu recht erhalten), dann Penélope Cruz, seit jeher die Muse von Almodóvar, wenn sie in seinen Filmen Auftritt ist sie immer hervorragend) und dann das wunderschöne Spanisch (verführt einem endlich diese Sprache zu lernen), und dann die Story, die Lebensgeschichte von Almodóvar (man erfährt so einiges sehr Interessantes), und setzen wir noch eines drauf: wunderschöne und ausdrucksstarke Dialoge.
Wer jetzt nicht kommt, der macht sich definitiv selber arm…

Alex & Jean-Pierre wünschen viel Vergnügen.

„YULI“ – Hommage an den Tanz

CINÉCULTURE

„YULI“ – Hommage an den Tanz
(R.: Icíar Bollaín; 2018 Spanien; 115 Min.; Darst.: Carlos Acosta )

Vorführungen: Mo/Di 18./19. Juni, jeweils um 18.00

CINÉCULTURE lädt zu einem aussergewöhnlich schönen und berührenden Film, dessen Haupthandlung dem Tanz und Havanna gewidmet ist. „YULI“ heisst dieser spezielle Film. Es ist ein biographischer Spielfilm der spanischen Regisseurin Icíar Bollaín über das Leben des kubanischen Balletstars Carlos Acosta. Yuli, so nennt ihn sein Vater, ein LKW Fahrer, erkennt das aussergewöhnliche Talent seines kleinen Sohnes. Denn, alle die Yuli tanzen sehen, sind einheitlich der Ansicht: Hier tanzt ein zukünftiger Star. „YULI“ zeigt in spannenden Bildern den Aufstieg dieses begnadeten Tänzers, und zwar von den Strassen Havannas zum Star des renommierten Ballet in London. Übrigens ist Acosta der erste Schwarze, der in Shakespeare‘ s „Romeo & Juliet“ den Romeo in der Geschichte des Londoner „Royal Ballet“ darstellt. Das Schöne an „YULI“ ist, dass die Story auf wahren Begebenheiten beruht und Acosta selber Auftritt und dadurch einige feine Kostproben zeigt. Noch ein Übrigens: Yuli ist der Name eines afrikanischen Kriegsgottes. Und kämpfen musste er. Der Name ist also Pflicht.
„YULI“ ist eine echte Perle vom Meeresgrund. Wieder einmal mehr ein Film wo alles richtig gemacht wurde. „YULI“ ist gleichzeitig eine Hommage an den Tanz, auf Havanna, aufs Leben und auf die Kunst – und dass nur die Kultur/Kunst es schafft den Menschen zu veredeln.
„YULI“ – ein grossartiger Sommerfilm!
Viel Vergnügen wünschen Alex & Jean-Pierre

Nicht verpassen
Mo. 17. Juni 2019/20.30 „Rocketman“

Vormerken
„Dolor y Gloria“ von Meisterregisseur Pedro Almodóvar (in Kürze)
„Once Upon a Time in Hollywood“ vom Kultregisseur Quentin Tarantino (ab 15. August 2019)

KOMPONISTINNEN

CINÉCULTURE 
in Zusammenarbeit mit „Rhonefestival für Liedkunst“

KOMPONISTINNEN
(R.: Kyra Steckeweh/Tom van Beveren; 2018 D; 95 Min.)

Vorführung: So-Matinée 2. Juni 2019 // 11.00

In Kooperation mit dem „Rhonefestival für Liedkunst zeigt CINÉCULTURE den äusserst interessanten und spannenden und sehr informativen Dokumentarfilm „Komponistinnen“. Die beiden Macher Kyra Steckeweh und Tim van Beveren begeben sich auf die Spuren von vier aussergewöhnlichen  klassischen Komponistinnen des 19; und entdecken Erstaunliches und Beschämendes! (für die Männerwelt). 
Die vier Frauenopfer sind: MEL BONIS, LILI BOULANGER, FSNNY HENSEL, EMILIE MAYER.
Die Literatur erwähnt starke Frauen nicht gerne. Immer werden sie zurückgestellt, mundtot gemacht, beleidigt, verdrängt, niedergemacht, bewusst nicht ernst genommen, als ob es die Emanzipation und die 68er nie gegeben hätte. Es ist die längste Unterdrückung der Menschheit. Seit dem Auftauchen des Homo sapiens in Europa vor 40’000, begann diese Unterdrückung bis in unsere Tage.
Aber im 19. Jahrhundert war sie unglaublich. Und genau dies zeigt der Film bestens, dass Frauen über die Küche hinaus nach Eigenständigkeit und Selbstverwirklichung sich beweisen wollten ungeheuerliche Felsen in den Weg gelegt wurde.
Auch wir von CINÉCULTURE versuchen dagegen zu wirken. “ Komponistinnen“ zeigt die Qualität dieser Frauen. Kyra Steckeweh erklärt, klärt auf und interpretiert am Klavier selbst diese vier Ausnahmetalente. Sie erweckt ihre Musik zum Leben und am Ende des Films bleibt man sprachlos zurück, weil man am Schluss dieser filmischen Reise das Gefühl hat, die Komponistinnen persönlich zu kennen.
„Komponistinnen“ – ein Dokumentarfilm nicht nur für Frauen!

Viel Sehvernügen wünschen Alex&Jean-Pierre

Rocketman“ – das Leben und Werk von Elton John ab Sonntag 2. 6. – 5. 6. 2019 , jeweils um 20.30 auf Englisch mit d/f Untertitel.

In Kürze:
„Dolor y Gloria“ von Pedro Almodóvar mit dem Cannes Gewinner als bester männlicher Darsteller Antonio Banderas.
„Once Upon Time in Hollywood“ von Quentin Tarantino, sein 9. von 10 Filmen die er noch drehen will.

„STAN & OLLIE“

CINÉCULTURE 

„STAN & OLLIE“ – Hommage ans Kino und für das beste Komikerduo der Welt
(R.: John S. Bakrd; Kanada, GB, USA 2018; 99 Min.; Darst.: Steve Coogan, John C. Reilly
Daten: Mo 27. 5. 2019 / 20.30 und Mi 29. 5. 2019 / 18.00

Nein!, nein!, – „Stan&Ollie“ ist ganz und gar nicht eine aufgewärmte Sache, ein Remake schon gar nicht! „Stan&Ollie“ schaut hinter die Kulisse dieses grössten und besten Komiker Duos aller Zeiten. So kennt der Zuschauer sie gar nicht. Es ist echt ein sehr guter und sehenswerter Film. Schon allein die schauspielerische Leistung von Steve Coogan (Stan) und John C. Reilly (Ollie), ihre Authentizität, ihr feines Gespür an Einfühlungsvermögen in diese Charaktere macht diesen Film so wertvoll und der Gang ins Kino nicht vergeblich. Man wird reich belohnt!
„Stan&Ollie“ ist eine Hommage ans Kino und gleichzeitig an  diese wunderbare zwei Herren, die fast 100 Jahre lang alle Generationen begeisterten. Und zwar mit einer sehr intelligenten, nie plumpen  oder seichten Komik. sie waren zwei Gentlemen der Sonderklasse.
Der Film zeigt, und das ist auch schon bereits grossartig, das Leben der zwei im Jahre 1953. Denn während des II.WK, also der 1940er Jahre, liegt ihre Filmkarriere darnieder. Beliebt sind sie aber immer noch, und nicht nur in den USA. So begeben sie sich auf eine Kellertheatertour durch England 1953. Anfangs treten sie vor leeren Sälen auf und müssen sich ihr Publikum zurück erkämpfen. Es gelingt ihnen auch. 
Doch das Duo hat auch mit persönlichen Problemen zu kämpfen. Es hat sich so einiges zwischen ihnen aufgestaut. Und jetzt wird es erst recht interessant…
Dieser Film ist eine echte Perle vom Meeresgrund. Man entdeckt sie aber nur, wenn man hineinreicht, d. h. sich in den Kinosaal setzt. „Stan&Ollie“ ist ein kleines Gesamtkunstwerk wobei nichts zu bemängeln gibt. Das ist Kinokunst mit Unterhaltungswert auf hohem Niveau. 10 Punkte von 10 Punkten geben wir von CinéCulture an „Stan&Ollie“.
Nur am Mo 27. 5. 2019 / 20.30 und am Mi 20. 5. 2019 / 18.00 zu sehen.

Viel Vergnügen garantieren Alex & Jean-Pierre.

„VINCENT VAN GOGH – AT ETERNITY’S GATE“

CINÉCULTURE zeigt…

„VINCENT VAN GOGH – AT ETERNITY’S GATE“
(R.: Julian Schnabel; CH, IRL, GB, F, USA 2018; 111 Min.; Darst.: Willem Dafoe, Oscar Isaac, Rupert Friend)

Vorführungen: Fr. 10., Di 14., Mi 15. Mai 2019, jeweils um 18.00

Ein ganz neuer Blick auf Vincent:

Immer wieder weiss Vincent van Gogh zu begeistern. Natürlich wissen wir beinahe alles über  van Gogh. – Und das ist gut und wichtig so! Denn der „Vincent…“ von Julian Schnabel setzt genau dies voraus. Er verzichtet nämlich auf alle Klischees. Dadurch erwirkt er einen neuen und ganz anderen und eigenen Blick auf diese faszinierende Persönlichkeit. „Es ist ein Drama der Eindrücke, der Momente, der hingeworfenen Fragmente. ‚At Eternity’s Gate‘ zeigt van Gogh als verfolgte Seele im Kampf mit seinen geistigen Problemen, in Opposition zu seinen Mitmenschen, vor allem aber als leidenschaftlichen, asketischen Künstler, der nicht aufhören kann zu malen, der einfach malen muss.“ (Michael Ranze) 
Und Willem Dafoe als Vincent…einfach genial. Er spielt ihn mit bewundernswürdiger Intensität und Ausdrucksstärke. Dafoe hat für diesen Film nicht nur zu malen gelernt, sondern so zu malen, wie van Gogh es getan hat. Dafoe lässt vor unseren Augen die Farben auf der Leinwand leuchten, während seine brüchige, tiefe Stimme ihm einen verzweifelte Bestimmtheit verleiht.

Lassen Sie sich überreden und überzeugen und verpassen Sie diesen Ausnahmefilm nicht. Sie werden es nicht bereuen!

Alex & Jean-Pierre wünschen Ihnen viel Sehvergnügen.

In Bälde: „STAN & ÖLLIE“   
                (Besser bekannt als „Dick & Doof“)
                Ein Biopcicture das Sie berühren wird!

SHOPLIFTERS

CINÉCULTURE 
Hinweise:
So-Matinée 14. 4. 2019 – SHOPLIFTERS (11.00)
Montag 15. 4. 2019 – Green Book (20.30)
Mittwoch 17. 4. 2019 – The Old Man & The Gun (18.00)

SHOPLIFTERS – Ein Muss ohne Wenn & Aber
(R.: Hirokazu Kore-eda; 2018 Japan; 121 Min; Darst.: japanische Starbesetzung) 
VORSTELLUNG: So-Matinée 14. April 2019, 11.00

Möchten Sie Japan und Japaner kennenlernen? – Dann gehen Sie ja nicht in eine Reisebüro! Schauen Sie sich die Filme des japanischen Meisterregisseurs Hirokazu Kore-eda an. Er bringt Ihnen das echte Japanische Flair näher wie sonst niemand. Es ist japanische Filmkunst auf sehr hohem Niveau. Hier trifft zuerst Kunst auf Kunst untermalt mit Witz, Kritik, Augenzwinkern und vor allem auf wohltuende Ästhetik – und dann noch auf hohem Unterhaltungswert 
Übrigens wussten Sie, dass CINÉCULTURE seit 2010 alle seine Filme zeigte (wie „Like Father, like Son“, „Our Little Sister“ usw.)
Zwischenfazit: er hat noch nie einen schlechten oder schwachen Film gedreht! Letztes Jahr in Cannes hat er für „Shoplifters“ die Goldene Palme erhalten!!!
Kore-eda zeigt uns ein sehr spitzfindiges  und liebevolles, psychologisch tiefgründiges und hinterfragendes Japan, mit sorgfältig gecasteten Schauspieler*innen. Und trotzdem scheut ersichtlich nicht Japan den Spiegel vorzuhalten. Er ist das Gewissen, der Psychologe der japanischen Gesellschaft.
Mit „Shoplifters“ (sein Thema in all seinen Filmen ist die Familie; so auch hier) ist ihm ein weiterer filmischer Meilenstein gelungen. Wieder gibt es nichts auszusetzen; voller guter Ideen, überraschenden Wendungen. Es geht um Shoplifting (d.h. Ladendiebstahl), aber im Vordergrund steht die Bedeutung der Filme, sogar über die Blitsbande.
Es ist Kino der schlichtesten Eleganz, ohne Schnörkel; Kino der Ausnahmeklasse; ein Film den man vermisst ohne zu ahnen, dass man ihn vermisst….

Wer es wagt, die Mühe auf sich nimmt, sich diesen Film am kommenden Sonntag um 11.00 anzusehen – wird reich beschenkt. Garantiert!

Viel Filmvergnügen wünschen Alex&Jean-Pierre

THE OLD MAN AND THE GUN

CINÉCULTURE würdigt ROBERT REDFORD

„THE OLD MAN AND THE GUN“ – Abschied von Robert Redford.
(R.: David Lowery; 2018 USA; 94 Min.; Darst.: Robert Redford, Sissy Spacek, Tom Waits) 

So-Matinée 7. 4. 2019 // 11.00

Der Mann hat Stil und Eleganz! Er ist: Schauspieler-Ikone, Regisseur, Naturschützer, Filmförderer, Sundance Filmfestival Gründer! Unvergessen: seine Filme!, z.B.: The Sting, Out of Africa, The Great Gatsby, The Untouchables, Butch Cassidy & Sundance Kid, The Horse Whisperer, A River Rins through it…und…und…und…sein Name: Robert Redford, geb. 18. August 1936!
Mit „The Old Man And The Gun“ verabschiedet sich Robert Redford vor der Kamera. Deshalb zeigt CINÉCULTURE diesen Film ohne Wenn&Aber – einfach weil es Robert Redford ist. Basta! CINÉCULTURE zieht an diesem kommenden Sonntag vor diesem Ausnahmekünstler für all seine Tätigkeiten den Hut! „The OLD Man…“ zeigt uns noch einmal seine Schauspielkunst, seinen Charme, seinen Witz, seine Klasse, seine unkomplizierte Präsenz vor der Kamera at his Best. Der Film ermöglicht uns auch noch zusätzlich ein Wiedersehen mit der Grand Old Cinemalady Sissy Spacek und mit dem immer wieder überzeugenden Musiker als Schauspieler Tom Waits.

Zu dieser einmaligen Hommage für ROBERT REDFORD lädt CinéCulture ein. Denn CinéCulture ist kein Anlass wo man aus Langeweile hingeht.

Alex & Jean-Pierre wünschen viel Vernügen.

Oscar-Special

CINÉCULTURE 
fährt mit seiner Serie „Oscar-Special“ weiter, und zwar mit

GREEN BOOK
(R.: Peter Farrelly; USA 2018; 130 Min.; Darst.: Viggo Mortensen, Mahershala Ali)

Vorführungen: Do 7. März, Fr. 8. März und Di. 12. März 2019, 20.30 in englisch mit d/f  Untertitel (Sa 9. & So 10. März 2019, 20.30 auf deutsch)

„Green Book“, ein beschämendes Roadmouvie für die weisse Rasse. Unglaublich was sich die USA seit jeher sich gegen die Schwarzen erlaubten. Mit vollem Namen müsste der Film heissen: „Negro Motorist GREEN BOOK“ und bedeutet, dass dieses Buch ein Reiseführer für die schwarze Bevölkerung der USA Gültigkeit hatte. Dieser rassistische Reiseführer listet Motels, Restaurants, Motels und andere Geschäfte auf, in und an denen Schwarze bedient wurden.
Die Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit. Ein farbiger Musiker (der dazu noch schwarze Musik „Jazz“ spielt) wird von einem weissen Chauffeur durch die US-Südstaaten gefahren. Der Film zeigt die Schwierigkeiten dieser Reise auf. Green Book spart nicht mit komödiantischen Einlagen, ansonsten diese Ungeheuerlichkeit nicht zu ertragen wäre.
Fazit: ein solid gemachter Film mit hervorragender schauspielerischer Leistung ungenügend Kritik am menschlichen Verhalten. Sehr sehenswert!

Oscar-Special:
„ROMA“
So-Matinée: 10. März 2019 // 11.00
Montag       : 11. März 2019 // 20.30

 

MACKIE MESSER

CINÉCULTURE 
zeigt
CINÉLITERAIRE 

MACKIE MESSER – Zuerst das Fressen, dann die Moral
mit Beat Albrecht als Leser
(R.: Joachim A.Lang; D, B 2018; 130 Min.; Darst.: Tobias Moretti, Lars Eidinger, Joacim Król, Robert Stadlober, Hannah Herzsprung)

Vorführung: Mi. 20. Feb. 2019 // 20.30

Unter dem Titel „CinéLiteraire“ bringt CinéCulture von Zeit zu Zeit Literaturen und Film auf die Leinwand. Hier bei Bertold Brecht’s Dreigroschenfilm „Mackie Messer“ schreit es so richtig nach dieser Kombination. BEAT ALBRECHT hat sich bereit erklärt, als Einleitung zum Film, uns einen anderen und ergänzenden Brecht zu präsentieren. In einer Kurzlesung zeigt er uns was für eine klare, direkte, präzise Sprache er hatte, die noch keine Patina angesetzt hat und total zeitgenössisch wirkt und ist. Diese Lesung ist ein weiteres Highlight an diesem Abend.

Mit „Mackie Messer“ ist Joachim A. Lang ein Meisterwerk an Inszenierung und Film gelungen. Alles stimmt: Kostüme, Licht, Dekor, Kamera, Schnitt, Story, Musik, natürlich die wunderbare und gekonnte Regie und hervorragende Schauspieler! Eine Star- und Traumbesetzung: Lars Eidinger, Tobias Moretti, Hannah Herzsprung, Joachim Król, Robert Stadlober und…und….und…! JOachim A. Lang gelingt es die drei Ebenen: Spielfilm-Musical-Theater, ineinander kunstvoll zu verweben, dass das Interesse des Zuschauers und die Spannung bis zum letzten Bild bestehen bleibt. Die Dreigroschenoper/“Mackie Messer“, dem Inhalt und Gehalt nach, hat noch heute bestand und von seiner Aktualität nichts, überhaupt nichts eingebüsst. Man übersieht durchaus nicht, wie die heutigen moralfreien Dealmaker aus Washington & Co. aus den Kulissen grinsen.
Zur Erinnerung: „Mackie Messer“ demaskiert, wie ein kapitalistisches Weltgerüst  von Bettlern und Banken, Ganoven und Polizisten im Gleichgewicht bleibt. Alles untermalt und ergänzt mit den treffenden Texten Brechts und unterstützt von unvergesslichen Songs und  wundervollen Melodien von Kurt Weill. Mit dem Satz „zuerst das Fressen und dann die Moral“ hat Brecht seine und unsere Zeit bestens charakterisiert (und wird wohl so bleiben). Der Film wirft auch die Frage auf nach der Funktion und nach den Mitteln engagierter Kunst!

Alex & Jean-Pierre wünschen viel Vergnügen.

Vice

So-Matinee 17. Feb. 2019 // 11.00

„VICE“ – umwerfend gut
(R.: Adam McKay; 2018 USA; 132 Min.; Darst.: Christian Bale, Amy Adams, Sam Rockwell, Steve Carell, Tyler Terry)

„VICE“ muss gezeigt werden! Die damaligen echten Protagonisten dachten, dass sich bald niemand an sie und ihre Taten erinnern würden. Andy McKay, der Regisseur von „Vice“, macht Ihnen einen Strich durch die Rechnung. McKay hat einen Film über einen moralisch korrupten und gefühllosen  Machtpolitiker der letzten 30 Jahren gedreht: DICK CHENEY. Der Film zeigt auf wie dieser skrupelloser Politiker still und leise, hämisch und bösartig zum einflussreichsten Politiker der USA und der Welt wurde. Ohne zu zögern und brutal rechnete er mit einer Million toter Iraker und 4-5000 toter junger US-Soldaten. Zu Cheney passt: „Leichen pflastern seinen Weg“.Dick Cheney wurde „Vice“-Präsident von George W. Bush. Acht Jahre  zog er die Fäden unter Bush und beeinflusste Regierungsentscheidungen massgeblich mit.
Christian Bale (Dick Cheney), Amy Adams (Lynne Cheney), Sam Rockwell (George W. Bush), Steve Carell (Donald Rumsfeld), Tyler Perry (Colin Powell) verkörpern diese Charaktere so authentisch, dass sich die ohnmächtige Wut des Zuschauers von den echten sogar auf die Schauspieler überträgt. Hätte McKay nicht hin und wieder komödiantische Szenen hineingestreut, wäre „Vice“ unerträglich. „Vice“ ist ein abschreckendes Beispiel wie Machtmenschen jede Bodenhaftung und Realität verlieren, wenn sie an der Macht sind. Adam McKay: „Je mehr ich mich einarbeitete, desto grösser war mein Erstaunen über die schockierenden Methoden, durch die er an die Macht kam.“ 
„Vice“ ist eine Stück Zeitgeschichte vor der wir die Augen nicht verschliessen sollten. Vielleicht ist „Vice“ der Beginn, um die Zeit nach dem 11. 9. 2001 kritisch aufzuarbeiten.

Alex & Jean-Pierre wünschen dennoch viel Vergnügen.

CINÉLITERAIRE: film & lyrik
Beat Albrecht liest Bertold Brecht
„Mackie Messer“ – Bertold Brecht Dreigroschenfilm umwerfend  von Joachim A. Lang filmisch umgesetzt.
Datum: Mittwoch 20. Feb. 2019 // 20.30 Uhr