BUCHFEST 5 – 50 Jahre WOODSTOCK

Samstag 20. Juli 2019 — Stockalperhof Brig

WEB-SITE — www.kultur-ladu.ch/buchfest
FACEBOOK — www.facebook.com/Kulturladu
SPOT — www.youtube.com/watch?v=mXQ2jIEQ8aY
VIDEO — www.youtube.com/watch?v=Hi9BhlkOCc4

10.00 Uhr
Eröffnung BUCHFEST 5 (Eintritt frei!)
— Buchantiquariat Jean-Pierre D‘Alpaos
— Buchantiquariat Verena Bühler
— Bücherstand Rotten Verlag
— Bücherstand Buchhandlung Wegenerplatz
— Buchbinderei Schwery
— Alessandro Magnani
— Barbetrieb / Kaffeeecke



11.00 Uhr
APÉRO-LESUNG
„Wie ein Roman“ von Daniel Pennac, 2006



13.00 Uhr
KAFFEE-LESUNG
„Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ UNO (Vereinten Nationen), 1948



14.30 Uhr
LESUNG ROTTEN VERLAG
„1048 Tage in der Schlucht“ von Thomas Handschin



16.00 Uhr
Z’VIERI-LESUNG
„Der Klang der ungespielten Töne“ von Konstantin Wecker, 2017



18.00 Uhr — Schliessung BUCHFEST
19.00 Uhr — Türöffnung / Barbetrieb

20.30 Uhr
Jubiläumskonzert „50 Jahre WOODSTOCK“
mit „Band of Bethel“ und Moderation von Beat Albrecht



KONZERTTICKET
Vorverkauf: Buchhandlung Wegenerplatz / Kino Capitol Fr. 30.– / Stud.-Lehr. Fr. 20.–
Abendkasse: Fr. 35.– / Stud.-Lehr Fr. 25.–
Print@home: www.kultur-ladu.ch/buchfest

Vor fast zehn Jahren (2010) wurde das BUCHFEST ins Leben gerufen, um das Buch an und für sich zu würdigen. Zudem sollte es ein Treffpunkt für alle Kulturliebhaber sein. Ein Treffpunkt um sich über Bücher und Musik und natürlich über andere kulturpolitische Themen auszutauschen. Im Zwei-Jahres Rhythmus wird dieser Anlass vom Kultur-Ladu organisiert. In diesem Jahr zum fünften Mal. Das BUCHFEST 5 will Menschen zum Dialog zusammenführen. Hektik und Eile, Stress und Nervosität sollen dem (Da-)sein, dem Verweilen, dem Vertiefen in den Augenblick, der Heiterkeit weichen.

BUCHFEST 5 — Wort und Musik ergänzen sich
Die vergangenen Male wurde der Anlass mit Lesungen und ausschliesslich Worldmusic-Einlagen ergänzt. Die Konzerte waren der Mundart (Chica Torpedos, Stiller Has) reserviert. Die drei Lesungen APÉROLESUNG 11.30, KAFFEELESUNG 13.30, LESUNG DES ROTTEN VERLAGES 14.30, Z‘VIERILESUNG 16.00 werden beibehalten. Mit den Lesungen sollen Stimmungen vermittelt werden, die zum Lesen animieren. Der Schauspieler Beat Albrecht wird Auszüge von folgenden Schriften rezipieren: „Wie ein Roman“von Daniel Pennac, die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ der Vereinten Nationen, „1048 Tage in der Schlucht von Thomas Handschin und „Der Klang der ungespielten Töne“ von Konstantin Wecker.

WOODSTOCK 50 — Konzert zum Jubiläum
Die Musik konzentriert sich auf den Abend, da dieses Jahr ein sehr wichtiges Jubiläum gefeiert wird. Es handelt sich um 50 Jahre Woodstock (1969-2019). Das Konzert WOODSTOCK 50 (20.30), mit Originalsongs aus dem damaligen Festivalset, wird von der dafür eigens aus einheimischen Musikern zusammengestellten „Band of Bethel“ und vielen Gästen präsentiert. Das Konzert wird vom Schauspieler Beat Albrecht moderiert und mit Geschichten von damals, mit wahren Episoden, den Songtitel und dazugehörigen Bandnamen begleiten.

BAND OF BETHEL
Tanya Barany, Alois Biner, Daniel Blatter, Gilbert „Speedy“ Jossen, Jonas Ruppen, Oliver Zurbriggen, Jonas Imhof
Gäste: Mario Audi, Yves Tscherry, Franz-Stefan Michlig

UNSER STATEMENT
gegen Faschismus
gegen Diskriminierung
gegen Rassismus!
für Emphatie
für Gerechtigkeit
für Bildung
für Aufklärung
und mehr Kultur!

MODERATIONEN von BEAT ALBRECHT
Der gesamte Moderationstext für alle zum Nachlesen:

1. Moderation
Hey… 50 Jahre Woodstock…

„In Woodstock‘ ging es nicht um Sex und Drogen und Rock‘n‘ Roll. Es ging um Spiritualität und um Liebe, es ging darum zu teilen und einander zu helfen, um Frieden und Harmonie ging es.“ so schreibt uns der Musiker Richie Havens!

WOODSTOCK fand nicht in Woodstock statt.
Die bürgerliche Gemeinde-Verwaltung von Woodstock lehnte – einen Monat vor dem Veranstaltungs-Datum – das Fest unwiderruflich ab. Dies, nach 6 Monaten Verhandlungen. Und ohne überzeugende Begründungen. Das Fest „Music, Peace, Love & Art“ wollte man bewusst verhindern. Ein Gelände wurde dann auf der Farm von MAX YASGUR in White Lake BETHEL gefunden. 40 km von Woodstock und 60 km von New York entfernt. Eine natürliche Arena. Sie hätte nicht besser in das WOODSTOCK-Konzept gepasst.

WOODSTOCK — Ein Jugend-Kultur-Ereignis. Erwachsen aus der Alternativ-Szene mit einem starkes positives Selbstbewusstsein. WOODSTOCK — Ein Symbol für Solidarität und Loyalität der Jugend. 1962 spielten die BEATLES „Love me Do“ und „She Lovers you Yeah, Yeah“ ein. Das war der Anfang von „Music, Peace & Love und gipfelte im August 1969 in WOODSTOCK. Musik und Teilnehmer waren eins! Sie waren gleichwertig! Diese Lebens- und Kultur- Philosophie „Freiheit, Liebe, Frieden“ wurden durch die universale Sprache der Musik zusammengehalten. Von Folk-Rock über Rock zu Jazz-Rock und Blues zusammengehalten.

Unsere BAND OF BETHEL ist eigens für WOODSTOCK 50 zusammengestellt. Wir hören nun Songs von Canned Heat und Crosby, Stills, Nash & Young – zwei der bedeutendsten Bands der Rock-Geschichte!

2. Moderation
Wer waren die kreativen Köpfe des WOODSTOCK-Ventures?
Und welche Wege sind sie nach Woodstock gegangen?

Initiant und Seele von Woodstock ist Michael Lang: „Unser Festival wurde von Leuten gemacht, die selbst Teil der alternativen Szene waren. Artie Kornfeld und ich wollten WOODSTOCK zu einem Kultur-Ereignis machen. Die Humanität stand an erster Stelle. Wenn es so, wie wir es machten, nicht gemacht werden konnte, dann lagen wir falsch und zwar mit ALLEM. Aber alles war Richtig! Die Zeit, der Ort, unsere Einstellung. WIR WAREN RICHTIG.“

MICHAEL LANG, 24 Jahre jung – gründete nach Woodstock eine Platten- und eine Film-Firma. Wurde Joe Cockers Manager und Organisator und Unterstützer unzähliger Musik-Festivals. ARTIE KORNFELD, 26, wurde Produzent von mehr als 100 Gold und Platin LPs und CDs. JOEL ROSENMAN, 26, blieb im Investment-Business. JOHN ROBERTS, 23, zog sich ins Privat-Leben zurück. War aber am „25 Jahre Jubiläum WOODSTOCK“ 1994 dabei. John starb 2001 mit 56 Jahren an Krebs.

Diese vier Herren und mit ihnen – rund 1000 Mitarbeiterinnen + Mitarbeiter – leisteten die Vorarbeit und ermöglichten WOODSTOCK. Und während den 3 Tagen und 3 Nächten haben 400 Leute gesorgt, dass das Wasser lief, der Nachschub rollte, die Kommunikation funktionierte, die Sanitäts-Zelte versorgt waren und die Musik nicht verstummte. Nicht vergessen, die 200 Menschen die die Wcs und Latrinen putzten, den Abfall wegräumten und entsorgten.

Doch, genug der Informationen. Wir wollen wieder Musik hören. Die wundervollen Songs von Richie Havens, Melanie, Arlo Guthry, Country Joe McDonald, Johnny Winter, The Paul Butterfield Blues Band und Joe Cocker.

Ganz kurz… zwei Songs will ich erwähnen: Das Anti-Vietnam, das Anti-Kriegslied von Country Joe McDonald, das uns Dani Blatter interpretiert. Und das Lied von Richie Havens, das ihm auf der Bühne, zwischen Bühnenrand und Mikrofon, als Zugabe seines Auftritts spontan einfiel. Das Symbol von WOODSTOCK und der 60er Jahre des vorherigen Jahrhunderts wurde: FREEDOM!

3. Moderation
Die Seele von WOODSTOCK, Michael Lang!

„WOODSTOCK waren 3 Tage und 3 Nächte voller Frieden und Musik. Wir hatten unsere Vision ganz und gar verwirklicht. Natürlich waren wir nicht scharf darauf, Geld zu verlieren, aber in jeder anderen Hinsicht war es genau das, was wir uns vorgestellt hatten. Eigentlich waren die Menschen die Stars.“

Ohne Max Yasgur kein Woodstock!
Max Yasgur war Milch-Produzent und Farmer. Nachdem die Gemeinde Woodstock einen Monat vorher die Erlaubnis nicht erteilte, wurde es eng fürs Festival. Michael Lang aber liess nicht locker. Sein Optimismus und Humor blieben ungebrochen. Der Besitzer des Hotels El Monaco bei Bethel, Elliot Tiber, meldete sich bei Michael Lang und sagte, er hätte in der Nähe von Bethel das ideale Gelände. Aber es war zu sumpfig. Aber er war es, der den Kontakt zu Max Yasgur herstellte. Max Yasgur, der grösste Milch-Produzent und Farmer könnte das Gelände haben, das Michael Lang suchte. Und er hatte es – und er wollte es Woodstock-Ventures verpachten. Max, Ende 40, und Michael Lang, 24, waren sich sofort sympathisch. Der Deal wurde auf dem Gelände mit einem Handschlag besiegelt. Max Yasgur half mit alle Bewilligungen bei der Gemeinde Bethel zu erlangen.

Ohne Max Yasgur kein Woodstock!
So, und nun machen wir 15 Minuten Pause!

4. Moderation
„Es gab Harmonie, guten Willen und alles war spontan. Niemand glaubte, dass so etwas passieren würde, und in meinen Augen lässt sich so etwas auch nicht wiederholen, weil es ungeplant stattfand; es geschah ganz selbstverständlich. Nach WOODSTOCK veränderte sich die Festivalszene, alles wurde zu einer Geldfrage. Man hat sie der Magie beraubt, die von WOODSTOCK ausging.“ Ralph Towner, Jazzmusiker. Er trat in WOODSTOCK auf.

Fast 500‘000 junge Menschen aus allen Teilen der USA kamen und machten das Festival zum grössten Konzert-Ereignis in der an Superlativen gewiss nicht armen Geschichte der Pop-Musik. Die 3 Tage des Friedens und der Musik von Woodstock wurden das Erweckungs-Erlebnis für eine ganze Generation von Jugendlichen. Später erhielt sie den Namen/Bezeichnung WOODSTOCK-NATION. Der Funke sprang über den Atlantik und machte Woodstock zum weltweiten Symbol einer Friedens-Bewegung und Alternativen Jugend-Kultur. Woodstock war Vergnügen und es war Magie! Es war Unterhaltung, wie es besser nicht sein könnte! Die Verantwortung trug Blumen im Haar. Die Kraft der Musik, des Friedens, der Liebe und der Freiheit war Wirkllichkeit geworden.

5. Moderation
„Wir waren eine bewegte Generation, wir stellten etwas dar. Wir bewirkten etwas. Für mich war die Musik da; sie war kein Produkt. Die Musik war Leben. Ein Manifest! Die Musik war ein unverzichtbarer Teil von allem!“ Neil Young, Musiker

100‘000de, die auf Max Yasgur’s Farm-Hügel in Bethel geströmt waren, haben 3 Tage und 3 Nächte lang miteinander gelacht, haben gesungen, miteinander geredet, gegessen, geschlafen. Es ist zu keinem einzigen Akt der Gewalt gekommen! Und damit hat die Jugend, die WOODSTOCK-NATION der Welt gezeigt, was sie für eine Generation waren, Wales mit Frieden, Liebe, Freiheit und Musik auf sich hatte.

„Ich bin ein einfacher Farmer. Ich habe keine Ahnung, wie man eine Ansprache hält, geschweige denn vor einer Menschenmenge wie dieser. Ich meine aber, ihr jungen Leute habt der Welt etwas bewiesen. Das ist die grösste Menschenmenge, die je an einem Ort zusammengekommen ist. Wir hatten nicht mit so vielen gerechnet und daher habt ihr jetzt einige Unannehmlichkeiten, was Wasser und Lebensmittel angeht. Eure Organisatoren haben sich riesige Mühe gegeben, euch zu versorgen, sie haben ein Dankeschön verdient. Ihr habt der Welt bewiesen, dass eine halbe Million Kids – ich nenne euch Kids, denn ich habe Kinder, die älter sind als ihr – zusammen drei Tage Spass und Musik geniessen können und zwar nur Spass und Musik. Gott segne euch dafür!“ Max Yasgur, Farmer

Gleich werdet ihr Kompositionen vom damals unbekannten SANTANA und vom damals bestbezahlten und bekanntesten Musiker JIMI HENDRIX hören.

6. Moderation
„Am Montag morgen mussten sie alle in ihren Alltag zurück. Aber ich glaube, jeder von ihnen hat etwas mitgenommen – das Wissen, dass man solch ein Gefühl haben kann, diesen Gemeinschafts-Sinn, dieses Gefühl, zu einer riesigen Menge von Menschen zu gehören, die das Gute, das Positive wollen.“ Michael Lang

Zum Schluss will ich die BAND OF BETHEL und ihre Gäste vorstellen:
GILBERT „SPEEDY“JOSSEN (Gitarre)
DANI BLATTER ( Gitarre und Gesang)
JONAS IMHOF (Schlagzeug)
OLI ZURBRIGGEN (Bass)
JONAS RUPPEN (Piano und Orgel)
WISI BINER (Gesang)
TANJA BARANI (Gesang)

Die Gastmusiker
AUDI MARIO (Gitarre)
IVES TSCHERRY (Gitarre)
FRANZ-STEFAN MICHLIG (Mundharmonika)

WOODSTOCK in Zahlen:
– 2366 Einwohner lebten in Bethel
– 6 Monate dauerten die Vorbereitungen
– 100‘000 $ kostete der Festivalumzug von Woodstock nach Bethel
– 20 x 25 m mass die Bühne
– 12 km Stromkabel musste gezogen werden
– 27 km betrug der längste Stau
– 24 km mussten die Fans zu Fuss zurücklegen, nachdem sie ihre Autos abstellen mussten
– 25 Hoppie Indianer stellten Kunst aus
– 150 freiwillige Polizisten
– 100 lokale Sheriffs
– 100 Soldaten der Nationalgarde
– 100‘000 Camper
– 450 Kühe bewegten sich frei zwischen den Campern
– 600 Toilettenhäuschen wurden aufgestellt
– 600 kg Konserven, Sandwiches und Obst flogen Einsatzhubschrauber ein
– 30‘000 Sandwiches stellte der Frauenkreis des jüdischen Gemeindezentrum in Monticello zur Verfügung, welche von den Schwestern der Abtei St.Thomas verteilt wurden
– 25 Ärzte und 200 Sanitäter waren im Einsatz (am Samstag 16. August wurden noch 50 weitere Ärzte aus New York eingeflogen)
– 6000 Patienten wurden behandelt
– 6 Geburten
– 3 Tote
– 13 Monate bis zu Jimi Hendrix‘ Tod
– 14 Monate bis zu Janis Joplin‘s Tod
– 200‘000 Zuschauer wurden erwartet
– 500‘000 waren vor der Bühne
– 500‘000 blieben im Umkreis von 30 km stecken
– 250‘000 mussten umdrehen, ohne je das Gelände gesehen zu haben
– 320‘000 gingen nach Hause, bevor Jimi Hendrix auftrat
– 186‘000 Tickets wurden verkauft
– 32 Bands traten auf
– 160 Musiker standen insgesamt auf der Bühne
– 200‘000 $ kosteten die Ton und Bühnenbeleuchtung
– 200‘000 $ wurden für Sicherheitsmassnahmen ausgegeben
– 1,4 Mio $ waren die Einnahmen
– 2.7 Mio $ waren die Ausgaben
– 1,3 Mio $ war der Verlust
– 31‘700 $ bezahlte man Michael Lang und Artie Kornfeld, nachdem sie kurz nach WOODSTOCK aus dem Verein „WOODSTOCK-VENTURES“ unfair ausschlossen wurden
– 2500 $ bezahlte man 1989 für ein Originalplakat

Das war‘s! Kommt gut nach Hause. Gute Nacht.